Marduk

Die Dämonen des Meeres

ps_159 Als sich die Assyrer auf der hohen See befanden, wurde der Sturm zum Orkan. Die Schiffe hatten Mühe, voneinander entfernt zu bleiben. Bei einer Kollision zerbrachen fünfzig von den langen Rudern. Der Sturm blies nach Osten und trieb die Schiffe dem syrischen Strande zu. Aber die Wogen gingen immer über das Verdeck, und alle Schöpfeimer blieben immerzu in Tätigkeit.

»Die Dämonen die Meeres«, sagten die Schiffer, »sind empört und wollen ein Opfer haben.«

»Warum?« fragte der König.

»Weil«, war die Antwort, »so viele abgeschnittene Menschenköpfe ins Meer geschmissen wurden.«

»Ha!« rief der König.

Doch Zirukin brachte den König schnell aufs Deck und brachte ihn zwischen zwanzig der stärksten Krieger. Die Schiffsherren zogen sich ins Innere des Schiffes zurück.

»Bei mir ist Marduk!« rief der König. Und damit schritt er auf dem nassen Holz zur Spitze des Schiffes. Eine riesige Welle kam und traf den König in die Seite und hätte ihn zweifellos über Bord geschleudert, wenn Zirukin nicht des Königs Bein ergriffen hätte.

Zirukin hatte sich gleich, als der König nach vorne ging, ein Tau umgeschlungen, und dessen Ende den zwanzig Kriegern gegeben. Jetzt zogen diese den König und Zirukin mit großer Mühe wieder nach hinten.

»Ich habe dir«, flüsterte mit Tränen in beiden Augen der Zirukin, »zum dritten Male das Leben gerettet. Laß mich nicht mehr von deiner Seite weichen. Ich werde für dich wachsam sein. Marduk wird uns helfen.«

»Marduk«, schrie der König, »hilft uns immer. Bleibe bei mir.« Dann ließ der Sturm nach, man landete ohne weitere Gefahren. Zwei Schiffe aber waren untergegangen.

In raschen Märschen eilte der König mit seinem Heere der Sargonsburg zu.