Marduk

Die sieben Könige

ps_264 Balatu, der Oberpriester des Marduktempels, ließ sofort die Kaufleute aus Cypern vor sich führen.

Es war die Sonne soeben erst aufgegangen.

Der König schlief.

Und auch die meisten der Priester schliefen noch.

Vor allem schlief auch noch der Vezier Beletir.

Balatu sagte zu den Kaufleuten:

»Ich will euer Gesuch unterstützen, denn ich bin sehr mächtig in der Sargonsburg. Aber ihr müßt tun, was ich verlange. Hört darum: die sieben Ältesten von euch sind Könige – sieben Könige! Als Könige naht ihr. Als Kaufleute könnt ihr nicht empfangen werden. Euch werden alle Bequemlichkeiten der Sargonsburg zur Verfügung stehen. Ihr sollt behandelt werden, wie Könige es verlangen können. Wollt ihr?«

Die Kaufleute sprachen untereinander, und dann erklärten sie sich gern bereit, die ältesten von ihnen als Könige auszugeben.

Die benahmen sich auch gleich so und trugen sofort, als sie die Sache durch ihre Dolmetscher begriffen hatten, ein sehr hoffärtiges Wesen zur Schau.

Da sagte Balatu:

»Ihr müßt dem Könige bei der Audienz die Füße küssen.«

Die sieben begriffen das schließlich, sprachen lange mit den andern und erklärten sich schließlich auch dazu bereit.

Samasdan, der zugegen war, sagte leise zu Balatu:

»Cypern ist doch eine bekannte Insel. Schon Burraburiasch,7) König von Babylon, ließ sich Kupfer aus Cypern bringen.«

»Das wollen wir«, versetzte leise der Balatu, »für uns behalten.«

Die Kaufleute wurden entlassen.