Marduk

Die Karawane der Kaufleute

ps_265 Am nächsten Morgen stand vor den Toren der Sargonsburg eine lange Karawane – an die hundert Dromedare, Kamele und viele Pferde und Maultiere mit Bewaffneten daneben.

Kaufleute von der Insel Cypern waren’s – an die zwanzig Mann – mit viel Gold und Silber – und mit vielen Geräten aus kostbaren Hölzern – aus Tapranholz, Miskanholz und Fichtenholz und vielen anderen Hölzern, da man wußte, daß am Tigris, Zab und Euphrat das Holz eine sehr gesuchte Ware war, für die man große Summen zahlte. Auch Kupfer brachten die Kaufleute mit.

Als man sie fragte, was sie möchten, sagte der Älteste von ihnen:

»Wir haben auf unsrer Insel von den Taten des großen Königs Sargon im Chattilande und in Samaria und in Armenia gehört. Und da ergriff uns Furcht. Und da wir hart bedrückt von den Ägyptern und Phöniziern werden, so wollten wir den König Sargon um Schutz anflehen. Darum sind wir gekommen – mit reichen Geschenken, und bitten den König, uns sein Antlitz zu zeigen, damit wir ihm sagen können, wie groß seine Macht und wie groß unsre Ohnmacht ist.«

»Cypern!« rief da der Eunuch Zirukin, »das soll eine Insel im Westmeere6) sein? Wir haben noch niemals etwas von dieser Insel gehört.«

Und die Umstehenden riefen alle:

»Uns ist eine Insel Cypern gänzlich unbekannt.«

Danach ließ man die Karawane der Kaufleute in die große Sargonsburg hinein und meldete ihre Ankunft in allen Tempeln und Palästen.