Der Pfarrer

Text mit groben Scanfehlern - muss überarbeitet werden!

Der Pfarrer

 

aus: verlassene Geschichten
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»Nein!« sagte der Pfarrer, »mit einem so großen Tintenfaß kann ich Nichts anfangen – bringen Sie mir ein kleines!«

Der Horizont leuchtete, und der alte Kirchturm schien sich höher hinaufzurecken.

Der Pfarrer träumte, schaute hinaus ins weite Land und sah, wie der Horizont leuchtete. Der Pfarrer sah das Leuchten so gern.

Seine alte Aufwärterin kam dann ins Zimmer und rief

»Olle Drehmnäs‘!«

Was sagte Müller?

Er sagte: »Sie sind ein schrecklicher Dichter!« Und was erwiderte ich?

Ich flötete süß und sehnsüchtig in vielen Ton­arten:

»Olle Drehmnäs‘! Olle Drehmnäs‘! Olle Drehmnäs‘!«

Und das nahm mir dieser Rechtsanwalt, dieser unbedeutende triviale Mensch, übel.

Unglaublich!

Ich schlief drüber ein.

Am nächsten Morgen empfand ich in meinem Körper ein höchst vergnügtes Gefühl, das sich besonders lebhaft in den Zehenspitzen äußerte, wo es einbar aus der Haut fahren wollte.

Und Müller? Hm! Dem ist nicht wohl! Oder 1 er mir bloß nicht wohl? Beides scheint der Fall em.

Kaum sitzen wir wieder im Zuge, so kommt ein iger Schornsteinfeger vorbei und schlägt – was auch Alles passieren muß! – mit seiner alten ter unser Coupefenster entzwei. Müller impft, was Zeug und Leder hält.

Wir sind gezwungen, einen andern Wagen zu steigen. Müller tut so erzürnt, als hätte man ihm seine Kinder aufgefressen.

Ich hole, um ihn zu beruhigen, das mir in die Si­tion passende Manuskript hervor. Es war:

 

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Paul Scheerbart  https://scheerbart.de ein fognin Projekt

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