Das Windspiel

Nu —  das bringt wieder Leben in die Bude.

«Da hast du», brüllt Brüllmeyer, «die Geschichte von dem, der was macht, und dem, der bloß zukickt. Ja, die kritischen Windspiele! Sie sehen so klug und gewandt aus und sind doch so dumm wie die Windspiele, die einst auf der Erde herumliefen. Ja, die überflüssigen Luxustiere! Kusander, du bist ein Luxus— Germanist!»

Die Drei werden furchtbar gemütlich, machen sich ein prächtiges Fischessen zurecht und probieren ihre sämtlichen 100 Schnapssorten.

Nach langer Zeit gehts mal wieder etwas lustig in der Achtkantigen zu.

Gluckens dummen Hund läßt man 100mal hochleben.

Die Emailwände dröhnen.

Draußen flitzen ein paar grünliche Blitze vorüber —  es donnert dazu.

Die Gelehrten lachen aber und schreien:

«Na prost!»

*     *     *

Als am Ende der Zecherei der Passko die Echtheit der altdeutschen Dichtungen anzweifelt und ganz dreist zu behaupten wagt, daß Brüllmeyer all die Späße ganz allein gemacht habe, entsteht natürlich ein ungeheures Halloh.

Brüllmeyer schwört beim heiligen Semâfi, daß er unschuldig sei.

Um seine Unschuld zu beweisen, liest er mit donnernder Stimme die folgende etwas lange Geschichte vor:

 ps_160   Die Nacht war groß

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Paul Scheerbart   https://scheerbart.de  ein  fognin  Projekt

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