Silentium!

ps_232 Während die alten Ägypter drinnen lasen, saß ich draußen auf dem Balkon in einem sehr bequemen Sessel und rauchte meine nahrhafte Zigarre und schaute zuweilen über die Balkonbrüstung hinunter in die grausigen Abgründe, in deren Tiefe Wälder und Dörfer schimmerten. Und dann sah ich wieder hinüber zu den weißen Schneekuppen der Berge, die unter dem blauen Himmel mächtig leuchteten – mächtiger leuchteten als weißes Papier – da der Schnee doch komplizierter ist. Und ich sah Schatten und Sonnenschein – und Alles atmete tiefen Frieden – die Berge lagen so ruhig da – wie schlafende Kinder. Ich dachte an die Unsichtbaren und freute mich auf all das Leben, das ich später noch führen würde – mit andern Geistern zusammen – in mehreren Sphären zu gleicher Zeit. Und ich nahm mir vor, schon in meinem irdischen Leben so viel wie möglich vom zukünftigen durch Kombination vorwegzunehmen und zu Poesie zu machen. »Ausschöpfen läßt sich ja,« sagte ich zu mir selbst, »die große Welt doch nicht. Je mehr man von ihr kennen lernt, um so größer wird für uns das, was sie immer noch außerdem hat.« Dann sollte ich noch mehr Geschichten geben. Und ich gab – noch vier.


ps_scheerbart_immermutig   Ich lass dich nicht los! Ein Zerrbild

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