Rübezahl

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Achter Auftritt

Rübezahl. Raxer. V. Schmalz. Paschke. Betty.

RAXER sich ganz rechts über die Brüstung der unteren Balustrade lehnend – was Rübezahl auch ganz links tut.

Wollen mich die Herrschaften nicht auch als Ausnahme betrachten?

BETTY Himmel! Sie, meine Herren, sind belauscht!
VON SCHMALZ

Oh! Oh! Verzeihen Sie uns, Herr von Rübezahl! Wir sind ja mit der Bauart dieses Palastes nicht vertraut.

PASCHKE Herr von Schmalz, dieser Pseudopotentat, hat ganz alleine gezählt – er verrechnet sich immerzu – aber ich kann wirklich nichts dafür.
VON SCHMALZ Herr von Rübezahl!
RÜBEZAHL Ruhe da unten! Sie haben Ihre Rollen ganz vorzüglich gespielt. Sie wussten ganz genau, dass Sie Zuhörer hatten. Aber wenn Sie sich für klug hielten, so geben Sie sich einer Täuschung hin. Ihre Worte haben bei mir das Gegenteil Ihrer Absicht bewirkt. Jetzt hab ich genug vom Menschenhass. Ich danke Ihnen. Raxer, bring diese drei Menschen, die so famos den Menschenhass in ihre Geschäftskalkulationen zu ziehen verstehen, in die grossen Kristallsäle – damit sie da weiter nachdenken können – mal über was Andres – vielleicht zur Abwechslung mal – über die Bedeutung des besten Bedientenverstandes. Der Hausknecht und die Kammerjungfer haben schon von Geburt an einen ganz vortrefflichen Bedientenverstand, sie werden gern von ihrem Ueberschuss Herrn von Schmalz, der das Zählen noch nicht ordentlich versteht, abgeben.
Raxer hat währenddem mehrmals an die Holztüre geklopft, die jetzt von innen von Zwergen geöffnet wird.
Leben Sie wohl, meine Herrschaften.
Raxer bittet die Drei höflich durch Handbewegung, durch die Türe zu gehen. Er folgt ihnen, und die Zwerge verschliessen wieder die Türe von innen – die Schlüssel rasseln – das Schloss knarrt.

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