Kometentanz

Der Saturnringreigen

Da der König sehr ärgerlich ist, beeilen sich natürlich Alle, die nächste Nummer zur Ausführung zu bringen.

Eine fast ängstliche Hast kommt in Hof und Musik; man fürchtet sich ein bißchen vor dem Könige —  denn die gesamten Arrangements des Harems haben wohl die Absicht, den König zu erfreuen und zu ehren, es läßt sich aber auch nicht leugnen, daß Manches nach Verspottung der astralen Neigungen des Königs schmecken könnte.

Und so bringen denn die Diener schleunigst die großen Saturnringe heran. Und aus dem Globus wird ein schwarzer Saturn mit zwei weißen Ringen und einem grauen; die Ringe liegen etwas schräge —  hinten höher —  auf fester Unterlage.

Und nun wird der ganze Saturn wie ein Weltwunder umtanzt —  Hand in Hand.

Es tanzen danach die Pierrots auf den Ringen, während die Zofe auf dem Globus tanzt.

Und dann tanzen die beiden Königinnen zusammen auf dem Globus, während die Haremsdamen in Frauenkleidern auf den Ringen tanzen. Alle haben außer den beiden Königinnen breitkrempige Saturnhüte auf, die dem großen Globus mit den Ringen nachgebildet sind. Die Tänze werden immer hastiger, denn der König wird sehr ungeduldig.

Einmal wird er noch gemütlich und veranlaßt den Dichter und die lustige Person, mitzutanzen. Dann aber gehts mit der guten Laune pfeilschnell bergab.

Die Diener mit den Stocklaternen müssen ebenfalls den Saturn umtanzen.

Indessen —  da der König bald wieder sehr grimmig aussieht, so giebt die Zofe ein Zeichen, das Stillstehen gebietet.

Und Alle stehen still. Die Nachtigallen schlagen. Die Sphärenmusik brummt in tiefsten Baßtönen, während der König aufmerksam seine glänzenden Lackstiefelspitzen betrachtet.

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