Kometentanz

Die Entführung

Die Kometen richten sich wieder im Hintergrunde ein wenig auf, sodaß ihre Kopfstrahlen schräge stehen; zeitweise heben und senken sich die Kopfstrahlen.

Der König fragt pantomimisch in vielen Formen die lustige Person, wie’s im Himmel war.

Da gehen die fünf kleineren Sterne in den Hintergrund und schweben dort einzeln nach einander empor.

Und der König wird schrecklich erregt; er will, während sich seine Hofleute und Haremsdamen ermattet auf den Fliesenboden legen, die Sterne zurückhalten und fordert sie pantomimisch mit flehenden Armbewegungen und kniefällig auf, doch bei ihm an seinem Hofe zu bleiben.

Und die fünf kleinen Sterne bleiben nicht. Da packt den König die Angst —  er fürchtet, auch die Kometen könnten ihn verlassen.

Der Zauberer soll die Kometen festhalten mit seinen Pfauenfedern, und das kann der Zauberer nicht.

Da will der König die Pfauenfedern selber haben.

Jedoch der Zauberer will die Federn nicht hergeben und giebt wieder seine Verzweiflungspantomime zum besten.

Da wird der König zornig und winkt seinem Scharfrichter und seinen Henkersknechten und nimmt sich die Federn mit Gewalt. Der Zauberer wird gefesselt und mit dem Dichter zusammen in knieende Stellung gebracht, während der König mit den Pfauenfedern die drei Kometen zu beschwören sucht.

Und die Federn verbrennen.

Und der König will nun Zauberer und Dichter köpfen lassen, wenn sie nicht im stande sind, die drei großen Kometen zum Dableiben zu zwingen.

Und die Beiden müssen kopfreckend und augenrollend mit den Achseln zucken.

Wie der Scharfrichter demnach wieder sein Schwert schleifen läßt und zum Losschlagen Anstalten macht, wandeln die Kometen langsam mit den hohen Kopfstrahlen hin—  und herpendelnd in den Vordergrund, lösen den beiden Verurteilten mit ihren glitzernden Spinnenfingern die Ketten, daß die klirrend abfallen, nehmen den König, den Scharfrichter und die Zofe in ihre Mitte, gehen mit den Dreien, obgleich sich der Scharfrichter sehr sträubt, in den Hintergrund —  und steigen dort mit den Dreien langsam in den Sternenraum empor.

Der König wird gleich ganz ausgelassen vor Freude, grüßt seinen Hof mit der Smaragdkrone, als wärs eine Mütze, schneidet seinem Hof eine lange Nase und zeigt den Zurückgebliebenen seine Zunge und lacht aus vollem Halse.

Der Scharfrichter ist natürlich schauderhaft wütend, und die Zofe natürlich ganz und gar begeistert. Die Drei verschwinden oben zwischen den Sternen.

Wolken qualmen aus dem Fliesenboden und Flammen schlagen auf, und die Bühne versinkt unter Donner und Blitz mit den Zurückgebliebenen in die Tiefe, während ganz vorn nicht weit von den Lampen eine alte Mauer, die so lang ist wie die Bühne breit ist, langsam einen guten Meter hoch aus dem Boden herauswächst.

ps_272