Kometentanz

Das Mondlocken— Bacchanale

Die lustige Person verteilt die violetten Mondlocken unter den Haremsdamen, Hofleuten und Dienern.

Und die Locken haben eine berauschende Kraft in sich —  sodaß Alles im höchsten Übermute herumspringt —  und ein echtes Bacchanale aufführt, bei dem nur der Wein fehlt.

Der König, der Dichter, der Zauberer, die Zofe und einzelne würdevolle Herren und Damen haben keine Locken angenommen und stehen nun höchst trübselig da, während die Berauschten den Mond umtanzen —  in sehr ungezügelter höchst lächerlicher Weise —  die Diener und die Spielleute tanzen sämtlich mit.

Die weißen Laternen in Oktaëderform schwirren wie Glühwürmer durch die Luft.

Die fünf kleineren Sterne rühren sich anfangs nicht; aber wie die Wildheit des Bacchanals nachläßt, kommen sie in die Nähe des Mondes und verbeugen sich vor ihm ein wenig. Und darüber lachen alle.

Die Zofe will sich hierauf in die violetten Haare des Mondes hängen, doch der schüttelt sein Haupt so mächtig, daß die Zofe dem Scharfrichter in die Arme geschleudert wird. Da wird in dem König ein großer Entschluß lebendig und voll Tatsucht: der König will selber in den Haaren des Mondes gen Himmel fahren. Doch kaum macht er dazu ernstliche Anstalten, so reißt der Mond den Mund auf und pustet den König so stark an, daß der zurücktaumelt.

Und der Vollmond schreit gräßlich laut auf wie ein Esel, geht rückwärts und steigt, während eine Nachtigall, die sich auf seine Nase setzt, sehr laut zu hören ist, im Hintergrunde wieder zu den Sternen empor —  in den violetten Haaren hat augenscheinlich eben höchstens eine lustige Person Platz.

Der König versteht das Alles nicht, und die Haremsfrauen und Hofleute verstehen es auch nicht —  sie schlagen die Hände über dem Kopfe zusammen und stehen wieder mal wie Bildsäulen da —  die violetten Haare wirken nicht mehr.

Das Bacchanale ist zu Ende.

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