Kometentanz

Zweiter Aufzug

Der Tanz der drei großen Kometen

Der König befindet sich noch wie gegen Ende des ersten Aufzuges mit seinen Hofleuten und seinen Haremsdamen im Hintergrunde der Bühne.

Die Sterne des Himmels fallen immer noch senkrecht vom Himmel hernieder; der Fliesenboden mit den nebenstehenden Gebüschen und dem ganzen Hofe steigt noch immer höher in den Himmel hinauf.

Der Dichter hat sich jetzt mit seinen Ketten rechts auf der Marmorbank sorglos hingelegt und starrt die niederfallenden Sterne an.

Die Diener mit den Stocklaternen stehen unregelmäßig verteilt teils seitwärts, teils hinten. Der ganze Hof hat dem Publikum den Rücken gekehrt.

Einige Diener tragen auf Befehl des Zauberers den Himmelsglobus nach vorn und stellen ihn dort links vor dem großen Fernrohr hin. Da erscheint ein großer Komet am Himmel. Und die Sterne des Himmels stehen still.

Die Frauen fliehen mit hellem Aufschrei beim Anblicke des Kometen nach vorn; die Männer versuchen, die Frauen zu beruhigen.

Der König lehnt sich ganz vorne an seinen Himmelsglobus.

Währenddem schwebt der Komet hernieder und erscheint hinten auf der Bühne.

Alle stehen in Furcht und Entsetzen wie Bildsäulen mit offenem Munde da.

Der Zauberer besänftigt die Gemüter, indem er mit seinen Pfauenfedern den Erschrockenen über die Köpfe fährt.

Der Komet kommt nach vorn und verbeugt sich vor dem Könige, der nur mit Mühe seine Fassung wiedergewinnt.

Der Dichter steht auf, verbeugt sich vor dem Kometen und rasselt mit seinen Ketten.

Die beiden anderen Kometen kommen hinter einander wie der erste auf die Bühne, und die Begrüßung spielt sich auch genau so ab wie vorhin.

Die Sphärenmusik klingt sehr milde, hingebend und weich.

Die Männer und Frauen haben sich allmählich beruhigt, der Zauberer weist die Diener an, rechts und links bunte Decken auf den Fliesen auszubreiten.

Und die Frauen lassen sich auf den Decken nieder.

Die Männer stellen sich hinter den Frauen auf.

Der König steht auf seinen Globus gestützt vorne links neben dem Scharfrichter, der sich auf sein Schwert stützt.

Vorne rechts auf der Marmorbank sitzt der Dichter und die lustige Person.

Die Sphärenmusik geht in Tanzmelodien über.

Und die Kometen tanzen.

Die Kometen werden von Menschen dargestellt, deren Kopf unsichtbar ist. Die Füße und die menschlichen Gliedmaßen sind ebenfalls unsichtbar. Ein Strahlenbündel schießt an Stelle des Kopfes wie ein elektrischer Scheinwerfer in die Höhe; kleinere Strahlenbündel springen hinten zwischen den menschlichen Schultern hervor. Der menschliche Körper wird von grätenartigen glitzernden steifen Zweigen umhüllt. Die Strahlenbündel auf dem Kopfe und zwischen den Schultern lassen sich leicht bewegen, und die glitzernden Zweige lassen sich leicht knicken und wie Spinnenbeine handhaben —  sie glitzern beim Geknicktwerden wie durchsichtiges Email in unzähligen bunten Farben.

Sämtliche Strahlenbündel stehen beim Tanze der Kometen immer wieder unter anderen Winkeln zu einander und verharren so öfters für ein paar Sekunden —  wodurch etwas Zuckendes in dem Tanze zum Ausdrucke gelangt. Der König verfolgt das Tanzspiel mit weit vorgebeugtem Oberkörper.

Die Sphärenmusik wird glänzend.

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