Kometentanz

Der Scharfrichter

Der Scharfrichter pfeift seine knallroten Henkersknechte heran und zieht sein breites grades Schwert aus der Scheide.

Der Dichter wird von den roten Henkersknechten gefesselt und in eine knieende Stellung gebracht. Die Ketten klingen.

Es wird sehr still auf der ganzen Bühne, man hört nur das Zähneklappern der Hofleute und das Rascheln der zitternden Damenkleider.

Der Scharfrichter läßt sich von seinen Untergebenen sein breites grades Schwert schleifen, was sehr umständlich und klangvoll geschieht. Während alle mit entsetzten Blicken die Exekution erwarten, wird die Sphärenmusik lauter —  sie ist aber sanft und säuselnd wie fernes Schilfgeflüster. Der Scharfrichter nimmt sein Schwert in die Hand, prüft seine Schärfe und will seines Amtes in der üblichen Weise walten. Da springt der Zauberer vor und kniet vor dem König —  händeringend, springt wieder auf und hält dem Scharfrichter den Arm fest, wiederholt Beides und reißt dabei seine Pfauenfedern von seiner Mütze und fuchtelt mit denen immerzu in der Luft herum —  mit geisterhaften Geberden.

Und der König winkt den Scharfrichter an seine Seite —  und der steckt sein Schwert wieder in die Scheide.

Die Henkersknechte müssen sich zurückziehen. Die Sphärenmusik wird prickelnd und prunkend wie ein Zaubergarten.

Der Dichter setzt sich auf den Fliesenboden und rasselt mit den Ketten.

ps_161