Glasarchitektur

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VII
Die Vermeidung des Holzes im Mobiliar und in der Innendekoration

 

Das Holz ist aber auch im Innern des Glashauses zu vermeiden; es paßt eben einfach nicht mehr in die Situation. Schränke, Tische, Stühle usw. werden auch aus Stahl und Glas hergestellt werden müssen, wenn das ganze Milieu einheitlich wirken soll. Das wird natürlich der Holzindustrie einen empfindlichen Stoß versetzen. Man wird natürlich den vernickelten Stahl mit Email und Niello verzieren müssen, damit das Mobiliar ästhetisch so stark wirken kann wie die durchaus verehrungswürdige Holzschnitzerei und die Holzschränke mit eingelegten anderen Holzarten usw. usw.
Das Holz ist seiner Vergänglichkeit wegen zu vermeiden. Die Verwertung des Eisens im Eisenglasbau liegt aber einfach in der Entwicklungslinie.

 


VIII
Das Mobiliar in der Mitte des Zimmers

 

Daß das Mobiliar im Glashause nicht an die kostbaren, farbig ornamentierten Glaswände gestellt werden darf, wird wohl »selbstverständlich« erscheinen. Diese Revolution im Milieu ist beim besten Willen nicht zu vermeiden. Die Bilder an den Wänden sind natürlich total unmöglich.
Da wird die Glasarchitektur einen schweren Kampf auszufechten haben. Doch die Macht der Gewohnheit muß überwunden werden. Und die associativen Vorstellungen aus der Zeit der Großväter dürfen nicht mehr ausschlaggebend im neuen Milieu mitwirken.
Alles Neue hat eben mit dem eingewurzelten Alten einen schweren Kampf auszufechten; es geht nicht anders, wenn das Neue sich durchsetzen will.


 

IX
Die größere Veranda und ihre Unabhängigkeit vom Hauptgebäude

 

Wer seine Veranda auf drei Seiten mit farbig ornamentiertem Glase versehen hat, wird sehr bald mehr von der Glasarchitektur haben wollen. Das eine ergibt das andere, und ein Stillstand in der Entwicklung ist nicht denkbar. Und so wird denn die Veranda immer größer werden und sich schließlich ganz vom Hauptgebäude emanzipieren und selber Hauptgebäude sein mögen.
Diese Entwicklung der Veranda zu fördern, wird Hauptaufgabe jedes Glasarchitekten sein.


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