Der Tod der Barmekiden

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Die Löwen pfeifen so laut und schrill wie fünfzig europäische Lokomotiven, dass sich das gute Publikum die Ohren zuhalten muss.

Das Pfeifen ist unerträglich.

Raifu brüllt von oben herab: »Ihr Bestien, werdet Ihr wohl das Maul halten! Ihr seid wohl verrückt geworden!«

Die Löwen pfeifen nicht weiter, schütteln aber den Kopf und lachen, dass es donnernd durch die Wüste hallt; sie hören garnicht auf mit Lachen.

Plusa brüllt: »Wart’s nur ab, alter Riese! Wenn Du uns vor den Europäern blamiren willst, so kannst Du was erleben.«

Doch da schreit der Pix heftig: »Willst Du wohl ruhig sein, Du Bestie! Du hast doch gehört, dass Raifu unsre Reden nicht liebt. Wir sollen doch das Maul halten.«

»Wir werden das Maul halten!« bemerkt der vornehme Frimm. Und die Fünf halten’s.

Die Europäer flüstern und putzen ihre Operngucker und Schallfänger, knistern auch mit den Theaterzetteln und bewegen sich ein bischen freier, als wenn sie nicht mehr so grosse Angst vor den Löwen hätten.

Flinke Wiener Kellner überreichen den Europäern dicke Apfelsinen in grossen Kiepen – frische Apfelsinen!

Das Publikum lässt sich nicht nöthigen, es nimmt die Erfrischung mit herzlichem Dank entgegen.

Nicht weniger als fünfzehn Tausend Kiepen werden im Umsehen geleert.

Die ganze syrische Wüste duftet nach Apfelsinen.

Die Löwen sind ganz still.

Die Sterne des Himmels funkeln.

Die giftgrünen Wolken verblassen allmählich.

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Die zwölfte Nummer beginnt:

 

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