Liebes- und Schmollbriefe

ps_024 An Muddelchen. s. I. Bärchen. Das System wird auf die Spitze getrieben (mit Brillanten) und das Gewicht (zumeist Gold) wird an die große Glocke gehängt. Paulemann, 12. 10. 10.



Erklärung vom 13. November 1912.


ps_023 Hierdurch erkläre ich meinem lieben Mausel-Pausel, daß der Ratskeller zu Steglitz nichts taugt – und daß wir da nicht mehr hinzugehen brauchen. Paulemann.



Telegramm. Frau Anna Scheerbart, hier.


ps_022 Ew. Hochwohlgeboren werden hierdurch ganz ergebenst eingeladen, einer Vorlesung des Herrn Paul Scheerbart beizuwohnen; diese fin­det Sonntag nachmittag in Groß-Lichterfelde W, Marschner Str. 15 1, statt um 5 Uhr. Kein Wein-, nur Bierzwang. Programm: Marduk, Sargon T, Naram-Sin. Das Lese-Comite ppa. Kuno Küfer.



Meinem lieben guten Muttchen.
Lichterfelde, 25. Sept. 1913, Donnerstag.


ps_021 Mein liebes gutes Muttchen! Ich schwöre dir, daß ich Dich nicht habe kränken wollen. Ich war Dir so gut – und wenn ich das bin, so ulke ich ein wenig um meine Zärtlichkeit nicht zu zeigen. Ich schwöre Dir, daß es so ist. Nun sei wieder gut. Gar keine Veranlassung zum Bösesein. Ich küß Dir in Gedanken Deine lieben Pfötchen. Du hattest mir gestern Dein leichtes Oberbett geben wollen. Das war so lieb von Dir. Deshalb war ich zu Dir so zärtlich und ulkte, damit niemand merken sollte, wie gut ich Dir eigentlich bin. Eben – weil Du so lieb zu mir bist. Ich bin wie stets Dein alter Paule­mann.



Liebes Bärchen! Ich komme gleich wieder. Viele Grüße Dein olles Paulemann. 27. Mai 1914.


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