Loge

Paul Scheerbart Loge

Öffentlicher Geheimbund. Erste Prunksitzung.

Wann? Donnerstag, 15. Oktober 2015, 19:30.

Wo?
Kulturfabrik-Apolda
Doktor Külz-Straße 4, 99510 Apolda
www.kulturfabrik-apolda.com/

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1 Nachweislich hat Paul Scheerbart vom 8. Januar 1863 bis zum 15. Oktober 1915 gelebt. Ist er deshalb aber auch gestorben? Dieser Frage und ihren Konsequenzen widmet sich anlässlich der hundertsten Wiederkehr von Scheerbarts Unsterblichkeitstag der öffentliche Geheimbund der Paul Scheerbart Loge auf seiner konstituierenden Prunksitzung am 15. Oktober 2015.
Die Unsterblichkeitsfrage hat Tradition. Im Jahr 1930, fünfzehn Jahre nach Scheerbarts Tod, fragt Eberhard Büchner in der Vossischen Zeitung: „Hat Paul Scheerbart gelebt?“ und kommt zu dem Schluss, dass diese Frage angesichts der eklatanten Unbekanntheit des Dichters zu verneinen sei. Andere halten ihn für den „sonderbarsten deutschen Dichter der neueren Zeit“ (P. Scheer, 1951), wenn gleich schon zu Lebzeiten „überhaupt nicht beachtet“ (P. Wiegler, 1902), superlativisch gilt er als der „am wenigsten gelesene aller lebenden deutschen Autoren.“ (H. Ewers, 1909).
Scheerbarts Status als „allzu ungekannt“ (F. Graetzer, 1933) wird durch Veröffentlichungen in der „Anthologie der Abseitigen“ (1946) und in der Schriftenreihe „Verschollene und Vergessene“ (1955) untermauert. Wenn überhaupt, wird Scheerbart wahrgenommen als der, von dem jeder weiß, dass ihn keiner kennt. Kurz, er ist „gründlich tot und vergessen“ (E. Büchner).

Anselm Ruest dagegen hält Scheerbart für die Reinkarnation des Dionysus und der „kann nicht sterben, aber immer wieder wird er gekreuzigt, um aufzuerstehen.“ Vielen Avantgardisten der Kunst ist er eine unerschöpfliche Inspirationsquelle. Walter Benjamin sieht seine „verdiente Auferstehung“ voraus und Erich Mühsam prophezeit: „Die Zeit wird kommen, die auch Scheerbarts Bücher wieder drucken, lesen und mit ernsthafter Heiterkeit genießen wird.“

 

Die Zeit ist gekommen und darum sind alle Welt- und Sternenwesen, die sich angesprochen fühlen, zur Teilnahme am öffentlichen Geheimbund der Paul Scheerbart Loge eingeladen.

2 Bei der Prunksitzung in Apolda treten u.a. auf: das Tanzduo Vainno www.tanzduo-vainno.de mit einem Stück aus Scheerbarts astraler Pantomime „Kometentanz“, die Stimmkünstlerin Sillke Gonska www.silke-gonska.de, der ZoManer Performancechor http://ateliers-kulturfabrikapolda.blogspot.de/p/performancegruppe-die-zomaner.html sowie etliche Rezitatoren, die niemanden über die literarische Kost und die kosmischen Burlesken Scheerbarts im Unklaren lassen werden.

 

Mehr zur Veranstaltung: www.facebook.com/PaulScheerbartLoge
15. Oktober, 19:30 Uhr. Kulturfabrik Apolda, Doktor-Külz-Str. 4, 99510 Apolda www.kulturfabrik-apolda.com/
Der Eintritt ist frei aber für 15.- kann man sich einen persönlich-exklusiven, den Schriften Scheerbarts entnommenen LOGEN-NAMEN verleihen lassen.

Einladung Scheerbart Loge

 

 

 

 

p.s. Aus einem Chat zum Begriff „Öffentlicher Geheimbund“
Chris: was ist ein öffentlicher geheimbund ? wenn dieser öffentlich ist – was ist dann daran geheim? wer kann mir das kompetent beantworten?

Formularbeginn

Paul Scheerbart Loge Nur solche Geheimbünde, von denen niemand etwas weiß, sind wirklich geheim, alle anderen sind öffentlich.
15. August um 08:56 · Gefällt mir · 2
Paul Scheerbart Loge Die Besonderheit der Paul Scheerbart Loge besteht darin, dass sie den Wert des Geheimen öffentlich promotet.
15. August um 09:15 · Gefällt mir · 1
Paul Scheerbart Loge das heißt: Mitglieder und Gäste der Loge sind verpflichtet, den Wert der verborgenen Schätze der Scheerbartschen Dichtung öffentlich geheimzuhalten.
15. August um 09:22 · Gefällt mir · 1
Chris: dankeschön für die umfangreiche info
15. August um 09:57 · Gefällt mir nicht mehr · 1