Menschenblut

Menschenblut

Soziale Fabel

aus: das Lachen ist verboten
aus: Meine Tinte ist meine Tinte!
aus: Na prost!

ps_020 Ein ziemlich jugendlicher Floh saß einmal in seinem Lehnstuhl und las in der Chronik des alten Großvaters. Da sprang die Mutter des jungen Mannes durch’s Fenster in’s Zimmer hinein. Der Mutter Leib war ganz voll Menschenblut.

«Junge, höre mal! Wie viel Menschenblut hast du heute schon getrunken?» Also rief die Mutter.

Der im Lehnstuhl sitzende Sohn klappte die Chronik des Großvaters ärgerlich zu, erhob sich, starrte die Mama kalt lächelnd an und meinte kurz: «Was geht dich das Menschenblut an, das ich trinken will oder getrunken habe —  was geht dich das an?»

«Na ja, du bist immer der feine Herr —  wo wirst du dich quälen —  deine alte Mutter hat sich’s den ganzen Tag über sauer werden lassen… Glaubst du, es ist ein Spaß, immerfort bei den Menschen zu sein?»

«Nein —  nein —  deswegen saß ich auch hier und las», rief lachend der junge Floh —  —  —  —  —  —  —  doch ihn dürstete, und er ließ sich von seiner Mutter den Weg zum nächsten Menschenbeine zeigen…

«Schläft der Mensch auch?» fragte der junge Mann.

«Jawohl, er schläft!» versetzte grimmig die vom Menschenblut ganz aufgequollene Mutter.

«Ohne Blut geht’s doch nicht ab», sagten Beide, wie sie weit voneinander waren.

«Ohne Blut geht’s doch nicht ab…»

ps_152   Der Gierige
ps_161    Heiliger Klimbim


na prost:

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