Qualm und Rauch

Qualm und Rauch

Ein Nachtstück

aus: Meine Tinte ist meine Tinte!
aus: Na prost!

ps_065 Weiche Trunkenheit überkam mich.

Unzählige Schornsteine rauchten vor meinen Augen. Und der Rauch ward immer dicker und dunkler.

«Das ist das Überflüssige und Unbedeutende, das Falsche und Gewöhnliche, das diejenigen hervorbringen, auf deren Herde sehr viel wirklich Treffliches entsteht. Aber das nicht Treffliche ist überall auch da —  und das steigt nun als Qualm und Rauch aus hohen Schornsteinen vor dir in den Himmel auf und trübt deinen Blick.»

So sprach ein altes Weib mit grasgrünen Augen und orangefarbigem Antlitz zu mir. Karminrote Haare wehten ihr um die feine lange Nase.

Ich und das alte Weib, wir saßen auf einer Dachrinne und schauten träumend in den Qualm, in den Rauch.

Da wirbelten Gestalten in dem Rauch empor und abgedroschene Redensarten, salomonische Weisheit und Karnevalsulk… und wirre Nebelbilder zuckten hindurch —  und ich wußte nicht mehr, was da trefflich war und —  was nicht.

«Nur was uns erlöst —  von irgend etwas —  das ist trefflich», —  so sprach das Weib neben mir mit dem Orangegesicht.

Ich aber wußte nicht, war das Weib ein höhnisches Sinnbild, das die Klarheit darstellen sollte —  oder war das Weib auch nur Qualm und Rauch? Ich ging über die Dachrinne zurück und fiel in mein altes Bett. —

 ps_152   Die hastigen Zyklopen


Na Prost:

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