Stille Nacht

Stille Nacht

aus: Immer mutig

ps_jagd7 Der große Lärm ist fort.
Totentanz.
Zwei Elefantenrüssel winden sich neben mir, als suchten sie was – einer rechts und einer links.
Nachtglück.
Jetzt hat das große Schweigen begonnen, das lautlose Schwärmen bricht an mit düstren Wolken.
Totentanz.
Die Priester bewegen ihre Arme so wie Elefantenrüssel, die heiligen Tiere schweben empor und sinken zurück, kommen näher und wenden den Kopf mühsam nach rechts und nach links, als suchten sie was.
Nachtglück.
Meine beiden Elefantenrüssel schmiegen sich an mich, schlingen sich um meinen Leib und drücken – würgen.
Totentanz.
Ich schwebe weiter den düstren Wolken zu.
In der trüben Dämmerung sind die Priester mit den heiligen Tieren.
Jetzt lösen sich meine beiden Elefantenrüssel von meinem Leibe langsam los. Die Priester setzen sich auf die heiligen Tiere und reiten davon in die Finsternis.
Nachtglück.
Ich bin allein – Alles verschwindet.
Die trübe Dämmerung zerfließt und wird ganz schwarz.
Die Welt ist dunkel – wie einst.
Totenglück.


Immer mutig:

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