Mensch und Tier

Mensch und Tier

Mausidyll

aus: Immer mutig

ps_312  Der Kampf war aus.
Aber wer gesiegt hatte, war nicht offenbar geworden.
Der Bär hatte sich gewehrt bis zum letzten Moment, und der Indianer, der mit dem Bären rang, war fürchterlich zerkratzt worden.
Der Indianer war ein großer Krieger, und seine Feinde nannten ihn die große Schlange.
Der Kampf war aus.
Mensch und Tier waren in der Höhle zusammen zu Boden gestürzt. Das Tier lag unten, der Mensch auf dem Tiere. Aber Beide waren tot.
Da lag sie nun – die große Schlange.
Tot lag sie da – auf der Bärenhaut, und kein Mensch kam, den großen Krieger zu bedauern. Es hätt‘ ihm das auch nichts genützt. Zwei kleine Mäuse krochen aus der einen Ecke der Höhle hervor und sahen sich die Geschichte an.
Da lag nun die große siegreiche Schlange wie ein altes Löschpapier auf der Bärenhaut ganz still.
Tote sind immer ganz still.
Die beiden Mäuse zernagten dem Bären das Zahnfleisch, das ihnen außerordentlich gut schmeckte.
Der Vollmond schien in die Höhle und beleuchtete das stille Bild. In der Ferne knallte ein Büchsenschuß, und das Echo an den Felsen hallte lange den Knall nach – so im Zickzack.
Die Mäuse bekamen Durst.

ps_scheerbart_immermutig   Kuddel— Muddel 

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Paul Scheerbart   http://scheerbart.de  ein  fognin  Projekt

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