Eier!

Eier!


Das wogte hin und her und schien los zu wollen und schien nicht los zu können.
»Das ist das alte Lied des Lebens —  es kann sich alles nich loslösen von dem anderen —  und es paßt alles nicht zusammen.«
So sprachen die Geister, während sie immer tiefer in den Nebeln der Welt versanken —  in den Nebeln, die hin und her wogten und nicht fortkonnten.
Und während die Geister glaubten, wieder im Unergründlichen zu sein, zog alle Freude von ihnen fort.
Und es bildete sich eine harte Kruste um ihr ganze Wesen.
Und diese Kruste ward den Geistern sichtbar —  aber sie konnten durch die Kruste durchsehen wie durch Glas.
Und es berührte die Geister nichts mehr; das ganz Durcheinander der Weltnebel ward ihnen zum Bilderspiel; die Glaskruste ließ nichts näher an die Geiste ran.
Mittlerweile wölbte sich eine jede Glaskruste und erhielt die Form von großen Eiern.
Als das die Geister bemerkten, sagten sie seufzend: »Na ja, nun dachten wir schon, bald mal Götter zu werden —  und nun sind wir wieder bloß die reinen Eier. Aller Anfang ist schwer. Aber daß der Anfang immer wiederkehrt, ist noch schwerer zu ertragen.«
Müde bewegten sich die Nebelschleier.
Die Geister in ihrer Verkapselung sanken tiefer und stürzten in ein großes Meer. Es staken grade zehntausend Geister in den Glaseiern nicht mehr.


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