Menschenliebe

 

Menschenliebe

aus: das Lachen ist verboten
aus: Immer mutig

ps_035 Der Himmel tat sich auf, und ein Engel kam vom Himmel herunter zu den Menschen. Der Engel reichte aIlen Menschen freundlich die Hand und wurde von ihnen gestreichelt —  aber mit so viel ZärtIichkeit und Ausdauer, daß dem Engel schließlich alle Glieder weh taten.

Da rannte der Engel davon und setzte sich am Ufer eines Flusses auf einen weiß angestrichenen Stein.

Auf diesem Steine dachte der Engel über sein Unglück nach, denn ihm taten die Glieder ganz gehörig weh.

Plötzlich aber erinnerte er sich, daß er ja noch himmlisches Öl in seinem Tornister habe, holte das Öl hervor —  und rieb sich alle seine Glieder mit dem ÖIe ordentlich ein.

Da war dem Engel wieder wohl, und er ging zu den Menschen zurück.

Indessen, die Menschen fingen abermals an, den Engel zu streicheln, mit viel Zärtlichkeit und Ausdauer.

Da jedoch die Menschen bemerkten, daß sie sich die Hände eklig voll Öl machten, so wurden die leicht erregbaren Menschen ärgerlich und verhauten den Engel in nicht grade rücksichtsvoller Art.

Der Engel rannte abermals davon in einen finstern Wald hinein. Und da dem Engel jetzt wiederum alle Glieder schmerzten, gebrauchte er zum zweiten Male sein himmlisches Öl.

Und bei dieser zweiten Einreibung dachte der gute Engel darüber nach —  was wohl bei den Menschen leichter zu ertragen sei —  das Gestreicheltwerden oder das Verklopptwerden.

Zurückgegangen zu den Menschen ist der Engel nicht. 

ps_161    Die neue Maschine


 Immer mutig:

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