Tarub Bagdads berühmte Köchin

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In der Tiefe des Tempels —  ganz tief —  tief unter den Grabkammern —  da befindet sich ein stiller Saal —  der Opfersaal.

Da ist es sehr kalt.

Den Boden bedecken feine Alabasterplatten, in die viele alte Zeichen und Figuren hineingegraben sind. Einzelne Stellen des Alabasterbodens in den Ecken des Saales sind mit Keilschrift bedeckt.

Und die Wände des Opfersaales bestehen aus blauem Lapis lazuli.

Auch die Wände sind mit alten Bildern und mit Buchstaben bedeckt —  die letzteren sind schweres Gold.

Die Decke ist ganz von Silber.

Ganz mit Silber beschlagen sind auch die großen breiten Tragbalken der Decke.

Das Silber ist aber nicht blank, an manchen Stellen ist es sogar ganz schwarz.

Sehr kalt und sehr leer sieht der Saal aus.

Und schrecklich still ist es da unten.

Und da unten kommen jetzt die sieben großen Priester zusammen.

Die blauen Turbane werfen die Priester hastig in die eine Ecke des viereckigen Saals.

Das Haar der Priester ist auch nach assyrischer Sitte gekräuselt —  nicht kurz geschoren —  wie das Haupthaar der Araber in Bagdad…

Dann aber betreten den Saal sieben Knaben —  mit langen, nicht gekräuselten Locken —  und in gelben Seidengewändern.

Die Knaben sind groß und schlank.

Ihre Haltung ist schlaff.

Ihre schwarzen großen Augen glühen aber, als wenn sie Entsetzliches sähen.

Ihr Gesicht sieht so wächsern aus, als hätten sie schon lange nicht mehr das Tageslicht erblickt.

Der Opfersaal wird nur spärlich von kleinen grünen Flämmchen erleuchtet, die an den Wänden in kleinen Ölschalen brennen.

Das grüne Licht macht den Saal noch unheimlicher.

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