Tarub Bagdads berühmte Köchin

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Safur lag unter den Oleanderbäumen, starrte in den Vollmond und träumte —  von tiefer Einsamkeit —  von einem Weibe, das nirgendwo lebt, das er sich nur denkt —  von einer andern Welt, in der’s andre Frauen gibt als hier auf der Erde.

Safur will auch einsam leben —  ganz einsam —  ganz allein —  er will auf Alles verzichten und nur allein sein —  alle seine Freunde kränken ihn nur; er ist es müde, mit ihnen zu spaßen —  er will sie nicht mehr sehen.

Und er ringt die Hände und stöhnt.

Er möcht‘ am liebsten gleich hier bleiben —  in der Einsiedlerwelt —

Da raschelt was neben ihm.

Safur fährt auf und sieht eine große —  Schlange.

Die Augen der Schlange leuchten wie zwei Rubine.

Der Leib der Schlange glitzert klebrig.

Safur sieht —  es ist eine giftige Schlange —  und er springt an die Seite, sieht im nächsten Augenblicke rechts neben den Oleanderbäumen in der Tiefe den Tigris —  und springt runter in die Flut. —

Safur ist gerettet —  er schwimmt langsam und sicher dorthin, wo die Barken liegen und die Lagerfeuer vor den Zelten brennen.

Die Flammen der Lagerfeuer qualmen mächtige Rauchwolken in den Abendhimmel hinein.

Die glühenden Augen der Schlange starren aber unverwandt in die große gelbe Mondscheibe.

Die Schlange richtet ihren Oberkörper hoch auf und starrt mit ihren glühenden Rubinaugen in den Mond —  als wollte sie den vergiften.


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