Tarub Bagdads berühmte Köchin

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Kodama und Tarub stehen auf.

Suleiman wird an die Seite gelegt.

Auch Jakuby erscheint jetzt wieder, er fällt immer hin und fuchtelt mit dem Zeigefinger durch die Luft, was sich sehr albern ausnimmt.

Der dicke Osman kommt auch mit den Flötenspielern zusammen herein, er ist schrecklich lustig und kneift den Schwarzen in die Backen.

Die Schwarzen grinsen.

Sie sehen drollig aus.

Dann aber bittet der große Al Battany seine Freunde auf den jetzt dunkeln Altan hinaus —  die Tarub und die Abla werden von ihm ganz besonders höflich gebeten.

Tarub schimpft auf den Safur.

Abla singt dazu:

»Eifersüchtig willst Du sein? Ach Du bist es nicht allein!«

Safur lacht und küßt die Abla.

Man trinkt wieder —  noch hastiger als bisher.

Wenn Sailóndula tanzt —  dann hat das was zu bedeuten.

Schade nur, daß der Suleiman schläft; der sieht so gern tanzen.

Abu Hischam, der kaum stehen kann, will jetzt wieder lallend vom Bunde der lauteren Brüder reden, man hält ihm aber den Mund zu und bittet ihn, sich hinzusetzen.

Ach —  die Menschen werden so anders, wenn sie getrunken haben.

Im Empfangssaal thront die indische Götzenfigur —  rechts und links neben ihr stehen die Flötenspieler mit den Flöten.

Die Sailóndula im weingrünen Kleide geht in die Mitte des Teppichs und blickt noch einmal scheu zum indischen Götzen hinauf.

Vier Schwarze stellen sich an die hintere Seite des Teppichs —  vier rechts und vier links.

Die Fackeln flammen hoch auf.

An der Decke wirbeln die Rauchwolken.

Der indische Götze leuchtet und glänzt.

Auch der kupferne Himmelsglobus wirft das Fackellicht zurück, das kupferne Waschbecken gleichfalls.

Battany sitzt mit Tarub und Abla hinter dem Mittelbogen, die Andern sitzen und stehen hinter und neben dem Astronomen.

Und Sailóndula tanzt.

Die Flötenbläser spielen ein altes indisches Lied —  das klingt so weich und getragen.

Langsam bewegt die Sailóndula die Arme durch die Luft und biegt dabei den Körper nach allen Seiten.

Ihre gelben Finger recken sich, und die Arme drehen sich, und die Füße heben sich dabei —  nur wenig —  nur so zaghaft.

Die Muskeln der Beine spannen sich, und dann dreht sich der ganze Körper der Tänzerin.

Die gelben Glieder drehen sich und beugen sich und krümmen sich —  sie bewegen sich —  wie sich die Weisen der Flöten bewegen —  wie sich Bäume bewegen im Abendwinde —  wie sich Schlingpflanzen ranken —  wie sich kleine Quellen durch die Wiesen winden.

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