Tarub Bagdads berühmte Köchin

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Die Beiden betreten jetzt den Altan.

Safur begrüßt sie sehr freundlich, Abu Hischam sehr spöttisch.

Abu Maschar ist milde wie gewöhnlich.

Die Drei trinken zusammen und reden.

Sie reden aber Dinge, die so schwer verständlich sind, daß sich die weiße Abla traurig abwendet.

Den Schwarzen macht das Fackelhalten wenig Spaß —  die Sache ist auch nicht grade leicht.

Abla sieht in den Empfangssaal.

Da brennen oben die maurischen Lampen.

Rechts neben dem kupfernen Waschbecken liegen die vollen —  links die leeren Weinschläuche. Im Hintergrunde stehen Saids Diener. In der Mitte des Hintergrundes unter der indischen Götzenfigur liegt der alte Dichter Suleiman und schläft —  er ist abgefallen.

Battany wandelt in seiner blauen Sammettoga mit der Sailóndula auf dem großen Teppich umher —  so vertraut und gemütlich.

Ungefähr in der Mitte des Teppichs sitzt Kodama neben einem Weinschlauch —  im Arme des dicken Geographen befindet sich die Tarub, die sich von dem Dicken lachend küssen läßt und ihm fleißig Wein einschenkt.

Die Flötenspieler spielen nicht —  man hört nur reden, lachen und flüstern.

Die beiden Säulen, die zwischen Altan und Empfangssaal die drei Spitzbogen tragen, sind nur dünn und können das Durchsehen nicht hindern….

Die Abla sieht Alles.

Und sie ärgert sich über Kodama und auch über die Tarub, singt spöttisch sehr laut und hell:

»Liebst mich morgen ganz allein — Heute muß es anders sein.«

Und das singt sie immer wieder, bis das der leichtsinnige Kodama versteht.

Gleichzeitig sieht aber auch der Safur seine Tarub in Kodamas Arm.

Donnerwetter —  da wird er wütend.

Der Dicke läßt sich aber nicht leicht aus der Fassung bringen, ruft dem Dichter mit wohltönender Stimme zu:

»Du schlauer Safur —  wir sind ja gute Freunde. Unter Freunden nimmt man sich so was doch nicht übel. Ich wollte nur die kleine Abla ein bißchen eifersüchtig machen! Sei wieder gut!«

Safur aber knirscht mit den Zähnen, daß es Alle hören.

Alle sind jedoch ziemlich berauscht, sodaß man diesen knirschenden Wutlauten nicht zu große Bedeutung beimißt.

Nur Battany merkt, daß die Lustigkeit der Zecherei gestört werden könnte und schreit daher mit donnernder befehlender Stimme:

»Sailóndula wird hier auf unsrem Teppich tanzen. Kodama, steh auf! Safur, sei vernünftig! Trink, Bruder! Sailóndula, tanz! Alle Sklaven sollen mit den Fackeln in den Saal kommen!«

Die Rede wirkt.

Man holt die Flötenspieler. Die zwölf Schwarzen kommen mit den Fackeln in den Saal.

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