Tarub Bagdads berühmte Köchin

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Suleiman hebt dabei seine Rolle hoch empor und spricht:

»Said ibn Selm, wir grüßen Feierlich Dein festlich Nahn. Said ibn Selm, wir lächeln Selig, daß du endlich kamst.

Deine Augen, Said, grüßen Alle, die Dich heute sahn, Wie zwei stille Märchenblüten In der Hand des Bräutigams.

Immer kann man nicht verliebt sein, Ewig währt kein einzger Wahn, Aber heut muß ich Dich preisen — So wie Du’s noch nie vernahmst.

Said, milder Freund, wir ahnen, Was wir heut von Dir empfahn. Du verbreitest märchentrunken Ach —  die Lust des Bräutigams

Wenn im Abenddunkel träumend Deinen Garten wir durchschaut, Konnte Nichts uns mehr beglücken Als ein stiller Mondenschein.

Said, kannst Du darum zürnen, Wenn ich überseltsam kühn Dich mit Mondenschein vergleiche? Ach —  ich bin in Dich verliebt!

Said, sieh! in Deiner Nähe Müssen wir vor Freude glänzen, Denn wir fühlen vor Dir —  horch‘ nur! Einen neuen Mondesglanz.

Alle Blumen schließen schamhaft Ihrer Kelche zarte Ohren, Denn die Winde flüstern lüstern Ach —  von wilden Liebespaaren.

Tolles Jauchzen tönt nun selig Durch des Gartens Blumenpracht — Das sind lustverzückte Verse — Die durchsprühn die Mondesnacht —

Und wir stehen träumend stumm, Hörn ein himmlisches Gedicht.

—  —  —  —  —  —  —  —  —

Ging der Mond schon auf? —  Oh nein! Said —  wir —  gedachten —  Dein!«

Leise klagend flötet eine Nachtigall in Saids Blumengarten.

Said empfängt gerührt die Rolle, in die das Lobgedicht fein säuberlich hineingeschrieben.

Darauf setzt man sich im Halbkreis auf die Teppiche —  der Hausherr in der Mitte mit dem Gesicht zum dunklen Sternenhimmel, vor dem die roten Ampeln schaukeln.

Links von Said sitzen vier Gäste.

Rechts von Said ebenfalls.

Feine weiße Tücher mit Fransen breiten flink die Knaben vor den Gästen aus.

Die Tarub erteilt leise die Befehle.

Alles gehorcht der Tarub.

Zuerst gibt’s Tigriskrebse in buttergelben Porzellanschüsseln.

Wie die roten Schalen knacken und knistern, ertönt im Garten in der Ferne wunderbare Flötenmusik denn ein Gastmahl bei Said ist ohne Flötenspieler nicht denkbar.

Und die Nachtigallen schlagen zuweilen ganz verständig dazwischen.


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