Tarub Bagdads berühmte Köchin

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Auf Battanys Barke ist es mäuschenstill.

Safur liegt in seiner Wolldecke auf dem Rücken und betastet mit den Fingern das Holz auf seiner rechten Seite. Er blickt zu den verblassenden Sternen hinauf und träumt von seiner Tarub.

Das Boot schaukelt so wohlig, und die Augenlider fallen auch dem jungen Dichter zu. Er tastet im Traum überall umher. Bald befaßt er die Sterne, bald die Kochtöpfe. Dann träumt er, der Kalif hätte ihm befohlen, aller Menschen Nase zu befühlen. Und er atmet sehr schwer, denn die Aufgabe dünkt ihn nicht leicht.

Suleiman denkt an sein stilles Zimmer bei seinem alten Gärtner. Dort duften seine Reseden auf dem Tischchen neben der alten breiten Matratze. Und Rosenduft weht hernieder. Und junge Märchenprinzen beugen sich über das Lager des alten Suleiman und der Rosenduft entströmt den kostbaren Kleidern der jungen Prinzen. Suleiman sinkt zurück —  ihm ist, als läge sein Haupt mit seinem reinen weißen Turban in einem duftigen —  Veilchenbeet.

Laut schnarchen jetzt die Schläfer, die langsam —  behutsam —  fast lautlos nach Hause gerudert werden.

Es wird Tag.

Bagdad —  die Stadt —  erwacht.

Der glühende Sonnenball taucht im Osten hinter der Stadt brennend empor.

Hellauf glänzt die hohe Kalifenburg im strahlenden Tageslicht.

An den Ufern des Tigris —  in den Gärten der —  Reichen wird’s lebendig.

Hübsche junge Sklavinnen baden hinterm Schilf —  kichernd.

Und der Tau blitzt auf allen bunten Blumen im Sonnenschein.

Ein Morgenwind umsäuselt die ruhigen Palmen, die Schläfer und die kichernden Mädchen, die im Tigris —  baden.


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