Die Entwicklung des Luftmilitarismus

5. Die Artillerie im Luftkriege.

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Da die Schusswaffen als Kriegsinstrumente durch die lenkbaren Luftschiffe ihre Bedeutung vollkommen verloren haben, so wird man auch die Kanonen als beinahe wertlos bezeichnen müssen; sie kämen nur dann in Betracht, wenn man mit ihnen den Luftschiffen und Gleitfliegern gefährlich werden könnte. Die Ballonabwehrka- nonen haben aber gezeigt, das es sehr schwer ist, einen fliegenden Ballon zu treffen -der wird auch immer so schnell sein Dynamit runterwerfen, dass die Abwehrkanonen selten rechtzeitig eingreifen dürften. Es müssten sehr viele Abwehrkanonen her­gestellt werden, um ein Land zu schützen, da ja die Kanonen nicht so schnell dorthin befördert werden können, wo sie grade nötig sind. Nachts können sie natürlich nichts ausrichten. Es fragt sich sehr, ob es sich lohnen wird, viele Abwehrkanonen herzustellen. Das ist doch eine sehr kostspielige Sache – Gleitflieger zur Be­kämpfung der Ballons sind viel billiger – auch wenn Tausende davon nötig wären. Die Artillerie hätte immerhin eine allerdings beschränkte »Existenzberechtigung.« Ob sie praktisch von grossem Werte sein könnte, lässt sich nicht so leicht entscheiden. Es ist sehr mög­lich, dass die Entwicklung des Luftmilitarismus auch dahin führt, die Abwehrkanonen für un­praktisch zu erklären. Jedenfalls sind die bislang gebräuchlichen Kanonen im Luftkriege bedeutungslos – das muss ebenfalls immer wieder betont werden, damit nicht noch weitere unnütze Ausgaben für veraltete militärische Einrichtungen entstehen.

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