Die Entwicklung des Luftmilitarismus

2. Die Unmöglichkeit eines Festungs­krieges unter Mitwirkung von Luftflot­ten.

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Die Rolle, die die Festungen zu spielen haben, wenn Luftflotten mitwirken, ist eine ganz eigen­tümliche. Ich bin nämlich der Meinung, dass sich die Luftflotten garnicht um die Festungen bekümmern werden. Diese sind doch in erster Reihe dazu da, das Vordringen der feindlichen Armee zu hindern. Wenn man aber oben in der Luft ganz frei durch kann, so braucht man doch die Festungen nicht weiter zu berücksichtigen; der Feind wird doch am meisten geschädigt, wenn seine gros- sen Städte ruiniert werden. Das können aber die Festungen garnicht verhindern. Und deshalb sind sie überflüssig – sie können zu friedlichen Zwecken verwandt werden. Natürlich – viele Soldaten können sich in den Festungen verbergen. Aber wenn sie raus­kommen, sind sie den Lufttorpedos ausgesetzt. Sie dürften also nicht herauskommen. Nun liegt es aber klar auf der Hand, dass Soldaten, die zu Kriegszeiten sich garnicht zeigen dürfen, eigentlich mehr als überflüssig sind. Und somit ist ein Festungskrieg beim besten Willen garnicht denkbar, wenn Luftflotten auf beiden Seiten da sind. Alle schweren Festungsgeschütze sind auch ganz überflüssig, da sie gar keine Gelegenheit haben dürften, in Funktion zu treten. Wer das bestreiten will, möge mir in klarer Form auseinander setzen, welche Aufgabe den Festungen im Luftdynamitkriege zufällt. Nach meiner Meinung – garkeine Aufgabe; man lässt sie einfach links liegen und kümmert sich nur dann um sie, wenn aus ihnen Soldaten heraus­kommen. D i e werden verfolgt, aber die Fe­stungen können ruhig liegen bleiben, wo sie ge­rade liegen.

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