Der Tod der Barmekiden

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Die Löwen haben wieder ihre Wasserpfeife bekommen – aber sie ergreifen dieses Mal die Schläuche erst nach und nach; das Spiel hat auch die Löwen angegriffen.

Wie die edlen Thiere ihre Pfeife ordentlich im Zuge haben, dass es knattert im Wasser, fangen sie wieder an zu reden – doch ihre Stimme klingt weich, als hätten gefühllose Geister ihre ersten menschlichen Thränen geweint.

Pix sagt: »Wenn wir roh zu einander sind, so ist das ganz was Andres. Wir fühlen nicht so, wie Menschen fühlen. Wir sind ja Geister. Aber Menschen dürfen nicht roh zu einander sein – das ist abscheulich.«

Frimm sagt: »Ein anständiger Mensch wird den masslosen Gemeinheiten des Lebens stets aus dem Wege zu gehen trachten. Er wird daher ein Feind der Freiheit sein, die nur zu masslosen Rohheiten und Gemeinheiten führt.«

Olli sagt: »Der Anblick der masslosen Wuth ist stets ein ekelhafter Anblick. Die Rohheit zeugt nur von absoluter Kulturlosigkeit. Reine Geister wie wir schlagen sich anders. Wir leiden nicht so sehr darunter, denn wir sind aus andrem Holze geschnitten. Wenn Alles so erträglich wäre wie unsre Rohheit, so wäre Alles ganz gut. Die Menschen leiden leider anders als die blauen Löwen, und es ist so unanständig, arme Menschen wirklich leiden zu lassen – mögen sie auch gethan haben, was sie wollen.«

Knaff sagt: »Was hilft da unser Reden? Die Hälfte der Europäer liegt ebenfalls schon in Ohnmacht.«

Der schlechte Plusa sagt aber: »Es muss bemerkt werden, dass wir Löwen hauptsächlich dazu da sind, zum grausigen Stoff ein lustiges Gegenstück zu bilden. Doch jetzt, wo’s grade drauf ankommt, versagt Eure gute Laune den Dienst. Ich allein kann Euch nicht rausreissen – der Tabak schmeckt mir zu schön.«

Die Geisterjagd verliert sich in den Hintergrund der Bühne.

Zarte orientalische Knaben theilen zwischen den langen Reihen der Europäer Riechfläschchen aus.

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Die neunzehnte Nummer beginnt:

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