Der Tod der Barmekiden

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Die Löwen erheben sich und stellen sich auf die Hinterbeine, was ihnen garnicht schwer fällt.

Und Pix sagt etwas müde:

»Kinder, jetzt wollen wir im Gänsemarsch etwas auf und ab wandeln. Das Stück strengt an wie alle starken Stücke. Wir wollen im Gänsemarsch genau so langsam vorwärts gehen wie das Barmekidenschauspiel.«

Der Vorschlag findet Anklang, und die Löwen gehen nun langsam vor dem tiefblauen stillen Meere im gleichen Schritt auf und ab. Die Vordertatzen haben sie der Bequemlichkeit halber sich gegenseitig auf die Schultern gelegt. Pix führt und Plusa beschliesst den Zug.

Plusa meint, dass sie mit dem Gänsemarsch den richtigen Kriegstanz aufführen; die Europäer lächeln verschmitzt, als wenn sie den Plusa ganz und gar verstanden hätten.

Die weiteren Reden der Löwen beschränken sich darauf, die Regie zu loben —  und namentlich die grosse Verwirrung zum Schluss als scenisches Meisterwerk zu preisen! Sie verrathen bei dieser Gelegenheit doch eine sehr grosse Kenntnis im ästhetischen Raisonnement.

Plusa findet glänzend die stummen Denkerrollen, meint mit merkbarem Hohne, dass die Europäer so was noch nicht eingeführt hätten —  es käme eben nur darauf an, die Ohren des Publikums sensibler zu machen. Er preist Harun und die Schallfänger.

Olli meint dazu: »Eigentlich sind’s blos nicht laut werdende Monologe, die Dir so imponiren!«

Pix sagt darauf. »Die sind aber das Wichtigste in der gesammten Kunst. Es liegt uns ja viel mehr daran, das zu wissen, was die Leute  n i ch t  aussprechen —  als das, was mit einem permanenten Mangel an Offenheit öffentlich geredet wird und der Rede zumeist garnicht werth ist.«

Leider wird dieses ästhetische Gespräch nicht fortgesetzt der Gänsemarsch auch nicht.

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Die elfte Nummer beginnt:


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