Der Kaiser von Utopia

87. Der Kaiser Philander im Hintergrunde

ps_008 Diejenigen, die jetzt noch an der bunten Krankheit darniederlagen, wurden jetzt sämtlich gesund – und die Leichen derer, die an der bunten Krankheit gestorben waren, explodierten in den nächsten Wochen allesamt, sodaß die furchtbare Krankheit plötzlich von der Bildfläche verschwand und den anderen Lebensinteressen wieder Spielraum ließ.
Da kam nun gleich die kräftige Agitation der Priester in den Vordergrund, und der verschwundene Herr Bartmann wurde täglich berühmter.
In der Litteraturzentrale erschienen verschiedene Schriften, in denen das Benehmen des Kaisers Philander scharf getadelt wurde; grade in der schwersten Zeit der Verwirrung hatte sich der Kaiser in Schilda aufgehalten – und über die Doppelgängergeschichte konnte der Kaiser auch nichts Aufklärendes sagen.
Kurzum: Der Kaiser kam in den Hintergrund, und der Bartmann wurde immer höher gestellt, und man schätzte es durchaus nicht, daß der Kaiser für den Bartmann eintrat – das erschien Allen ganz selbstverständlich.
Der Kaiser lachte sehr oft, wenn er allein war.
»Fehlt nur noch«, sagte er, »daß sie den verschwundenen Bartmann zum Kaiser machen wollen! Jawohl – es ist nicht so leicht, Gedankenkaiser zu werden – besonders dann nicht, wenn man verpflichtet ist, eine sichtbare goldene Krone zu tragen.«
Aber etwas verstimmt sah der Kaiser bald aus.

 


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