Der Kaiser von Utopia

74. Die Explosion

ps_101 Während der Kaiser Moritz die letzten Augenblicke seines Lebens durchschwärmte, geschah am Schwantuflusse etwas Ungeheuerliches; mit furchtbarem Knall explodierte eine der Leichen, daß das eiserne Dach in tausend Stücken hoch in die Luft flog; eines der Eisenstücke verletzte beim Herunterfallen einen Gelehrten nicht unerheblich am Knie.
Nun wurden sofort die anderen eisernen Dächer runtergerissen – aber kaum war das geschehen, so explodierte die zweite Leiche – sodaß kein Atom von ihr übrig blieb.
Und diesen ersten Explosionen folgten nun immer mehr – sodaß man die übrig bleibenden mit erhöhtem Eifer photographieren mußte – was sich auch verlohnte, da die Leichen kurz vor der Explosion die allerherrlichsten Gebilde zeigten; aus den Astknorren wurden große korallenartige Gewächse, die an den Spitzen fächerförmige Blätter bekamen.
Diese fächerförmigen Blätter opalisierten in allen Farben so glühend und strahlend wie die allerköstlichsten Blumen, und die Künstler waren ganz toll beim Anblick dieser entzückenden Leichenwunder, die immer herrlicher sich entfalteten. Es war so, als sollten alle Formen und Farben der Erde noch einmal im erstorbenen Menschenkörper in zusammenfassender Weise vorgeführt werden.
Von der menschlichen Körperform blieb am Ende blos der Kopf noch erkenntlich, der Leib sah wie ein riesiger Blumenkorb aus – mit Korallen und langen Tintenfischgliedern und muschelartigen Wölbungen und mit großen Seesternen und großen Krystallformen und mit Perlen von unbeschreiblicher schillernder weltspiegelnder Glanzpracht.

 


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