Das graue Tuch und zehn Prozent Weiß

ps_068 Nach Erledigung der Standesamtsgeschichte bestieg Herr Krug mit seiner Gemahlin das Motorboot und fuhr zu seinem Luftschiff; Miß Amanda und Herr Löwe winkten den Abfahrenden noch lange mit den weißen Taschentüchern zu.
Opalisierend lagen die Glaspaläste da und spiegelten sich in den Fluten des Michigansees. Und Frau Krug machte große Augen, als sie die prächtigen Kabinetts der Luftschiffgondel sah: buntes Glas in allen Wänden und prächtige Balkons, von denen aus man in die Tiefe und zum Sternenhimmel blicken konnte.

ps_135

Herr Löwe ging mit Miß Amanda Schmidt zu Fuß der Stadt zu; sie drehten sich öfters um und sahen zum bunt erleuchteten Luftschiffhafen, der nicht weitab mitten im Michigansee lag.
Und da sahen sie auch das Luftschiff des Herrn Edgar Krug aufsteigen, und sie blieben stehen. Und Herr Krug ließ seine Scheinwerfer spielen – in der damals allen Menschen bekannten Signalsprache.
Herr Krug sagte mit Scheinwerfern:
»Die Energie der Menschen scheint mir doch unterschätzt zu sein.«
Miß Amanda lachte, daß es durch die laue Nachtluft schallte, Herr Löwe lachte ebenso laut.
»Auch ein Abschiedsgruß!« sagte Miß Amanda.
Der Rechtsanwalt aber sprach feierlich:
»Das knüpft an das Gespräch an, das wir führten, bevor wir Sie trafen, gnädige Frau! Edgar ist ja sehr kurz angebunden und sehr schroff zuweilen, doch man gewöhnt sich bald an diese Art. Als reicher Mann kann er sich ja immer was erlauben. Und – nicht bestreiten darf man, daß Edgar sehr energisch ist. Nebenbei auch ein vortrefflicher Geschäftsmann. Wir sprachen übrigens über Energie und Bequemlichkeit. Ich war für diese, doch da hätten Sie hören sollen, was er alles hervorstrudelte; die Zeit am Anfange unsres Jahrhunderts strich er raus – aber mit Worten, die fast wie Anbetung der Energie klangen. Wie Edgar die ersten Flugversuche mit den Aeroplanen verherrlichte! Er kennt die Entwicklung ganz genau, er kennt auch alle die Namen von denen, die im Aeroplan ihr Leben ließen. Wenn man Edgar so begeistert hat reden gehört, so verzeiht man ihm manche Schroffheit. Sie werden sich, gnädige Frau, gewiß heute Abend gewundert haben, daß ich mir von Edgar so viel gefallen ließ. Aber Edgar ist ein begeisterter Fanatiker, das erklärt alles. Wer so ehrlich die Energie der Andern anerkennt und selbst in sich immer größere Energie zu erzeugen vermag, der darf nicht schroffer Worte wegen gleich angegriffen oder gemieden werden.«
»Sehr interessant«, erwiderte Miß Amanda, während sich beide schon den Wolkenkratzern der City näherten, »was Sie mir da erzählen. Sie haben mir ein paar Dutzend Fragen, die ich stellen wollte, schon beantwortet, bevor ich die Frage aussprach. Nur noch eine Frage: halten Sie diese Heirat auch für eine Sache, die zum Teil aus Geschäftsinteressen arrangiert worden ist?«
»Diese Frage«, versetzte Herr Löwe langsam, »läßt sich wohl nicht so leicht beantworten. Ihre Freundin, Miß Clara Weber – jetzige Frau Krug – machte auf mich einen sehr raschen heftigen hitzigen Eindruck. Die Dame hat zweifellos Temperament. Und darum suchte ich umzustimmen. Es gelang mir nicht. Nun glaube ich, daß das eine friedliche Ehe nicht so leicht geben wird. Aber – geschäftliche Interessen? Wie meinen Sie das, gnädige Frau?«
Miß Amanda zog ihre Zigarettendose vor, und sie rauchten beide.
»Ich dachte«, meinte sie leise, »diese Kostümgeschichte mit den zehn Prozent Weiß könnte man beinahe geschäftlich nennen.«
»Oh«, versetzte der Rechtsanwalt, »da wollen wir nicht zu schnell urteilen. Aesthetische Rücksichten sind noch keine geschäftliche. Immerhin – Edgar könnte sich momentan einreden, er hätte sehr geschäftlich auf dem Turm zu Babel gehandelt. Und es könnte doch nicht wahr sein. Außerdem – zur Reklame dient das graue Tuch doch nicht. Vielleicht hat er sich blos durch das jähe Temperament hinreißen lassen. Vielleicht! Dann wäre gar nichts an dieser raschen Verbindung geschäftlich.«
»Vielleicht!« sagte Miß Amanda.
Dann schwiegen sie eine Weile.
Und sie trennten sich bald; Miß Amanda wohnte in einem Wolkenkratzeratelier.
Als sie mit dem Fahrstuhl nach oben fuhr, sagte die Dame noch öfters:
»Vielleicht!«
Oben war die Aussicht herrlich, der Vollmond glitzerte auf dem Michigansee.

ps_136

Auf einer der britischen Fidschiinseln sollte Herr Krug ein Erholungsheim für ältere Luftchauffeure bauen.
Auf einer nicht sehr umfangreichen Landzunge sollte gebaut werden. Zwölf riesige Transportdampfer hatten das Glasmaterial herbeigeschafft; die Dampfer lagen noch neben der Landzunge. Für Transportzwecke fanden die Dampfer immer noch Verwendung.
Herr Krug fand zunächst, daß die Landzunge allein nicht bebaut werden dürfe – es müsse noch ein größeres Stück von der Insel dem Baugrunde angefügt werden.
»Und die Baubuden sind«, fuhr er fort, »obgleich sie alle aus Glas sind, doch nicht geeignet, einer Dame als Wohnsitz zu dienen. Wir müssen gleich ein Extrahaus für meine Frau bauen.«
Frau Clara befand sich noch in der Luftschiffgondel; sie erhielt gleich darauf von ihrem Gatten das folgende Telegramm:
»Liebe Clara, leider kann ich Dich nicht bitten, hinunterzukommen. Hier ist noch kein vernünftiges Haus für Dich da. Ich lasse sofort das Nötigste zusammenbauen. Telegraphiere doch währenddem an Miß Schmidt und füge einen Gruß von mir bei; auch Herrn Löwe lasse ich grüßen. Schildere das Bauterrain. Du kannst es ja von oben aus gut übersehen. Sieh nur zu, daß die Kühlapparate gut bedient werden. Ihr könnt auch eine Spazierfahrt über den Fidschiinseln unternehmen. Auf Wiedersehen morgen Abend. Dann ist hier alles fertig. Dein Edgar.«
Dieses Telegramm legte Frau Clara in eine große Emailkassette, und dann telegraphierte sie an Miß Amanda Schmidt das Nachstehende:
»Liebe Amanda! In viermal vierundzwanzig Stunden sind wir hier angelangt. Es war eine herrliche Fahrt. Über Honolulu gerieten wir in einen Orkan, der war aber nicht konträr; er führte uns mit rasender Geschwindigkeit weiter, so daß wir schneller über den Fidschiinseln ankamen, als Edgar dachte. Diese Hochzeitsreise wird mir ewig unvergeßlich bleiben. Ich bin an den großen Luxus noch gar nicht gewöhnt; drei ältere Frauen sind allein für meine Bedienung da. Edgar ist unten und baut für mich ein neues Haus. Ich bleibe solange auf dem Balkon meiner Kajüte. Edgar läßt Dich grüßen, Herrn Löwe ebenfalls. Vom grauen Tuch mit den zehn Prozent Weiß kann ich Dir noch nicht berichten. Hier oben kann ich gehen, wie ich will – viel mehr sitzen und liegen, wie ich will. Die Tropenluft ist herrlich, da die Kühlapparate wundervoll funktionieren. Das Bauterrain sieht vorläufig noch etwas wüst aus. Aber zwölf Dampfer umrahmen das Bild, und etwas Rauch steigt empor. Ich sehe unsäglich viel Glasmassen – zerstreut herumliegen. Ein paar Wände sind aufgerichtet – bunte Wände natürlich. Ich glaube, dieser Edgar macht mich ganz farbenkrank – krank nach Farben – und dabei soll ich immer nur Grau tragen. Viele Eisengerippe sind unten auch zu sehen. Ich bin sehr neugierig auf die Bauleute. Die tragen alle weiße Kleidung. Sehr reinlich kann sie wohl bei der Arbeit nicht bleiben. Kleine Glashäuser sind unten schon fertig. Die sind wohl für mich noch nicht gut genug. Darum muß ich hier oben allein bleiben und Dir telegraphieren. Ich ordne jetzt eine Spazierfahrt an – hoch über den Fidschiinseln. Ich telegraphiere Dir während der Fahrt noch mal. Die Sonne steigt, und wir müssen auch höher steigen. In den Tropen ist es doch schrecklich heiß – trotz der Kühlapparate. Ich bin Deine Clara Krug.«
Dieses Telegramm wurde sofort nach unten gesandt zur Funkenstation, allwo es weiter gegeben wurde zum Michigansee.
Während der Spazierfahrt sandte Frau Clara an Frau Amanda dieses:
»Ich spreche nur immer durchs Telephon zu unserm Steuermann: bitte höher! bitte tiefer! bitte rechts! bitte links! Und so weiter! Und das Luftvehikel fährt ganz so, wie ich’s will. Wir können das Telegramm von einer andern Funkenstation aus absenden. Darum kann ich mich jetzt etwas freier ausdrücken. Ich finde die Inseln so wundervoll, daß das Glas m. E. gar nicht so nötig ist. Hier könnte man beinahe auf alle Kunst verzichten. Kleinere Inseln wirken wie bunte Blumenbeete. Und dazu die riesigen Eukalyptusbäume. Von den Eingeborenen sieht man wenig. Die schlafen wahrscheinlich in Erdhöhlen und denken gar nicht an die Glasarchitektur. Ja, sage mir doch, wie Du über den köstlichen Ehekontrakt denkst. Glaubst Du, daß mich Edgar gewissermaßen als Reklamedame geheiratet hat? Glaubst Du, daß er das nötig hat? Ich weiß es nicht. Ich denke aber immerzu darüber nach. Er hat’s doch gar nicht nötig. Wir fahren demnächst zum Südpol. D. h. nicht ganz hin – aber doch in die Gegend des ewigen Packeises. Wem soll ich da in Grau imponieren? Ich verstehe meinen Gatten noch nicht. Glaubst du, er will nur einen ästhetischen Kontrast in mir besitzen? Glaubst du, daß ihm seine furchtbar bunte Glaswelt bereits zu bunt wird? Manchmal glaube ich’s. Übrigens wollen wir danach zur Insel Borneo, wo ein Riesenbad gebaut wird. Dann nach Japan und Indien. Die Sonne geht unter. Eine Tropensonne! Oh! Das möchte ich bunt photographieren. Der Tropenhimmel ist wunderbar klar. Und einzelne Sterne kommen heraus – auch das Kreuz des Südens. Ich möchte gar nicht aufhören, Dir Grüße zu senden. Lebe wohl! Vergiß mich nicht. Und – gute Nacht! Deine Clara.«
Auch dieses Telegramm wurde rasch befördert. Und zwei Stunden später war Frau Clara in ihrer Kajüte eingeschlafen. Man hörte das Meer rauschen. Ein paar Seevögel flogen vorüber. Und die Diener heizten jetzt die Kabine, da die Nacht in den Tropen sehr kalt ist.

ps_138

Am nächsten Tage hatte Herr Edgar Krug mit seinen Bauleuten einen großen Zank; einer der Bauherren war aus England angekommen und hatte bestimmt, daß eine zu große Buntheit bei den ganzen Anlagen nicht möglich sei, da die Augen der Luftchauffeure doch nicht zu stark in Anspruch genommen werden dürften.
Herr Edgar sprach nun feierlichst:
»Ich will ja auch grade das Einfache. Aber das Einfache kann auch bunt sein. Alte Kirchenfenster wirkten schon vor Jahrhunderten immer beruhigend auf die menschlichen Sehnerven. Warum sollen sie heute nicht beruhigend wirken?«
»Ja«, versetzte nun Mr. Webster, diese englische Bauherr, »das mag schon ganz richtig sein – sowohl in der Theorie wie in der Praxis. Hier aber sollen Luftchauffeure ein Erholungsheim haben, deren Wünsche und Ansichten sind hier ganz allein maßgebend. Ästhetische Ansichten und Rücksichten haben hier gar keinen Wert. Die Luftchauffeure sind eben gegen das Bunte und wollen einfarbige große Scheiben. Es soll ein großer Zug durch diese große Anlage gehen.«
Herr Krug sagte noch Manches zur Rettung des Bunten, ließ ein Häuschen für seine Frau in Zinnober und Orange herstellen – und baute auch eine Halle in denselben Farben für den Abendbrottisch.
Die Moskitonetze wurden gleich aufgespannt. Und dann kam des Abends, als die Sonne schon ganz nahe dem Horizonte war, Frau Clara Krug und wurde den Herren – besonders Mr. Webster – in feierlichster Form vorgestellt.
»Sie sehen«, sagte Herr Krug, »an dem Kostüm meiner Frau, daß ich einen Sinn für einfache Wirkungen habe. Meine Frau trägt immer Grau mit zehn Prozent Weiß. Die Luftchauffeure werden sich also nicht über mich zu beklagen haben. Sie sollen auch in den Farben das Einfache haben – ganz wie sie’s wünschen. Ich wäre ja ein schlechter Architekt, wenn ich die Wünsche meiner Bauherren nicht zu berücksichtigen verstände. Das muß ja jeder Architekt in erster Linie verstehen. Das Künstlerische und Ästhetische kommt zweifellos immer erst in zweiter Linie.«
Frau Krug war fast ebenso gekleidet wie in Chikago vor fünf Tagen.
Die prächtigsten Orchideen dufteten auf dem Abendbrottisch. Und sehr viele Früchte machten den Tisch ganz bunt. Herr Krug hatte alles arrangiert.
Herr Webster sagte da:
»Wenn man diesen bunten Tisch sieht und daneben Ihre schönen Reden von der Einfachheit hört, so ist man ein wenig verwirrt. Aber – das Kostüm Ihrer Frau Gemahlin wirkt diesem bunten Tisch gegenüber entzückend.«
So pries man das graue Tuch und sprach weiter über die ganze Anlage. Der Mond ging auf und glänzte auf dem Meere; er sah durch die Moskitonetze dunkelrot durch.
Mr. Webster sagte:
»Mir scheinen zwei Farben für die ganze Anlage durchaus genügend zu sein. Die Orchideen sind ja schon so bunt und die Früchte auch. Da muß man einen Gegensatz haben. Ich wäre für Dunkelviolett und Karmin.«
Herr Krug sah seine Gattin bedeutungsvoll an.
Und sie sagte:
»Zinnober und Orange könnten Sie doch noch hinzugeben.«
Mr. Webster verbeugte sich galant und sagte leise:
»Wenn Sie es wünschen, gnädige Frau! – Ja!«
»Dann hätten wir also«, bemerkte Mr. Krug, »vier Farben zur Verfügung. Dann müßte alles auf perspektivische Wirkungen hin gebaut werden. Das Terrain wird von Hügeln umschlossen. Auf den Hügeln können Windschirme aus Glas stehen in den vier Farben. Lange Gänge können oben angebracht werden. Und unten kommen Teiche und Schwäne und Orchideen – und ein paar Motorboote, so daß alles ganz ruhig wirkt. Wie denkst Du darüber, liebe Clara?«
Nun – Frau Clara war ganz der Meinung ihres Gatten und wollte noch mehr von der ganzen Anlage hören.
Da fuhr Herr Krug fort, ihr seine Pläne auseinanderzusetzen.
»Vergiß nicht«, sagte er nervös, »daß wir hier Tropenklima haben. Das Meer ist von allen Hügeln aus zu sehen. Die Windschirme aber kann man so anbringen, daß das Meer öfters am Ende von zwei parallel laufenden Windschirmen sichtbar wird. Das macht sich sehr effektvoll und läßt sich auch so anbringen, daß es hier vom tieferen Orchideenterrain aus gesehen werden kann; man macht in ein paar Hügel einen Einschnitt, kleidet diesen Einschnitt mit farbigem Glase aus und hat dann den Perspektiven-Effekt auch vom tiefer gelegenen Terrain aus, auf dem ja die Wohnhäuser stehen sollen.«
So sprachen sie weiter über die Anlage, und Mr. Webster hörte mehr auf Frau Clara als auf deren Gatten.
Nach ein paar Stunden war Mr. Webster mit allen Plänen des Herrn Krug einverstanden.
Am nächsten Tage gab Herr Krug seinen Bauleuten die genaueren Pläne.
Und es wurden gleich verschiedene Windschirme aufgerichtet. Und dabei arbeitete man nur mit den Farben Orange, Violett, Karmin und Zinnober.
Frau Clara war immer mit ihrem Gatten zusammen und interessierte sich sehr für die Arbeiten der Schlosser und Glaser und für die Ruhebänke.
Dabei wurde erörtert, ob Bahnschienen anzulegen seien. Dem aber widersprach Mr. Webster, und Mr. Krug sagte lachend: »Schönen Dank dafür. Ich bin auch für kleine Automobile, die auf ein paar Fahrstühlen höher und niedriger gebracht werden können. Dann aber ist überall Fliesenboden nötig. Auch können Sänften zum Menschentransport benutzt werden, damit die Eingeborenen doch auch was zu tun haben.«
Da gab’s ein langes Gerede über die Farben der Fliesen. Herr Webster war wieder nur für zwei Farben – Violett und Weiß.
Nun sollte Frau Clara ihre Meinung sagen. Und da sagte sie:
»Meinetwegen auch Schwarz und Weiß!«
Dazu bemerkte aber Herr Krug mit krauser Stirne:
»Das ist doch wohl zu gewöhnlich. Bleiben wir also bei Violett und Weiß, damit dieser Kampf um die Farbe ein Ende nimmt.«
Hiernach speiste Herr Krug mit seiner Gattin in der Kajüte seines Luftschiffes hoch oben in der Luft.
Frau Krug bekam dann ein Telegramm von Miß Amanda. Das lautete:
»Liebe Clara! Schönsten Dank für Deine lieben Worte. Aber meine größte Sorge ist durch sie nicht zerstreut worden – im Gegenteil. Mr. Löwe ist momentan in New York. Ich habe alles, was ich ausgestellt habe, verkauft. Nun denke ich oft an Dich und bin in Unruhe. Auch Mr. Löwe sagte, daß das keine gute Ehe geben könnte. Ich wundere mich, daß Du so einfach auf die Sache eingegangen bist. Als Reklamedame sollst Du zweifellos verwendet werden. Das finde ich nicht sehr fein. Ich täte das nicht. Außerdem sehe ich in dem ganzen Ehekontrakt eigentlich nur eine Marotte – und zwar eine tyrannische. Der Mann will zeigen, daß er Macht über Dich hat. Ich ließe mir das nicht gefallen. Doch will ich nicht hetzen. Ich fürchte nur, daß es in jedem Falle mal zum Konflikt kommen muß. Sprich zu mir, wenn’s so weit ist. Geht alles gut, so will ich nichts gesagt haben. Ich muß Dich natürlich bitten, Deinem Gatten nichts von meinem Verdachte zu sagen. Grüße ihn und sei auch viele Male gegrüßt von Deiner Amanda. Hol‘ der Teufel die Marotten!«
Auch dieses Telegramm legte Frau Clara in die Kassette mit durchsichtigem Email, in der auch das erste Telegramm ihres Gatten lag.

ps_139

%d Bloggern gefällt das: