Cervantes

E

Handelt von der Erlösung und von dem freundli­chen Pater.

ps_057 Herr Cervantes wandte sich zu mir um und sprach:
»Sie müssen noch den Schluss von meinem Abenteuer in Algier hören. Der Hassan hatte mich also für 500 Goldgulden gekauft – und wollte nun 1000 Goldgulden für mich haben. Das war der Erfolg meiner Tapferkeit; Sancho hatte ganz recht, als er den Wert der Tapferkeit recht tief stellte. Nun war damals mein Vater gestorben. In Madrid gab es aber eine Sklaven­ erlösungsbehörde – zu der brachten meine Mut­ ter und meine Schwester 300 Goldgulden, damit ich ausgelöst werden könnte. Nun – das langte eben nicht. Zwei Trinitariermönche, Fray Juan Gil und Fray Antonio de la Bella, waren im Mai 1580 im Auftrage der spanischen Skla­ venerlösungsbehörde nach Algier gekommen. Nun wollte aber der Alcaide Hassan 1000 Gold­ gulden für mich haben, und ich wurde gefesselt auf Hassans Schiff gebracht und sollte mit ihm nach Konstantinopel – für immer. Da hat sich aber der Pater Gil aufs Bitten gelegt – und so er­ klärte der Hassan schliesslich, dass er mich für 500 Goldgulden freigeben würde. Und da hat der Pater Gil für mich die Kaufleute in Algier angepumpt – und am 19. September 1580 – war ich erlöst. Und Anfang 1581 war ich wieder in Spanien.«
Cervantes atmete tief auf.
Sancho sagte leise:
»Wenn der Pater nicht gewesen wäre – so würde ich nie das Licht der Welt erblickt haben.«
»Mein Sohn Sancho«, sagte da Don Qui­ chotte auf seinem hohen Pferde, »du machst doch stets deine Scherze zur unrichtigen Zeit.«
»Und Sie, Herr Don Quichotte«, erwiderte Sancho, »benehmen sich immer sehr feierlich, wenn’s gar nicht nötig ist.«
»Still!« sagte Cervantes.
Da hörten wir in der Windmühle den Esel schreien.
»Der ruft mich!« sagte Sancho.
Und Sancho ging in die Windmühle hinein.

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